Gestern suchte ich in dem Bildband von Renate Messer und Christel Calmano-Wiegand „Oberursel! Bilder der 50er, 60er und 70er Jahre“ und stieß auf dieses Foto, wohl aus den späten 60ern (S.63). Man sieht den Hauptkundeneingang des Postgebäudes in der Berliner Straße den gerade 4 Briefzusteller verlassen. Das Foto ist „gestellt“, denn die „Briefträger und Briefträgerinnen“ gingen nicht von dort in ihre Orscheler Zustellbezirke.
Wir wohnten zu jener Zeit direkt hinter dem Gebäude bei meinen Großeltern in der Ebertstraße. Als ich 1960 geboren wurde, waren auf dem späteren Postgelände nur Wiesen mit Obstbäumen und Schrebergärten. Die Berliner Straße gab es noch nicht. An diese Zeit kann ich mich aber nicht erinnern. Ich wuchs mit der neu gebauten Post vor unserem Wohnhaus auf und den beiden Familien mit ihren Kindern die dort in der ersten Etage lebten. Auf dem Foto erkennt man eine Dame am Fenster. Das ist Frau Kosanke, die Gattin eines höheren Postbeamten, dem Herrn Kosanke, die dort eine Dienstwohnung hatten. Die älteren Kinder der beiden gehörten zu unseren Spielkameraden. M. und J. Dann gab es noch zwei jüngere Söhne, B. und der kleine U..

Es war für uns Kinder natürlich strengstens verboten auf dem Postgelände zu spielen. Wir taten es mit anderen Nachbarskindern aber trotzdem. Besonders an den Wochenenden und in den Ferien. Manchmal wurden wir dann vom Post-Hausmeister, dem Herrn Abel, der mit seiner Familie im südlichen Trakt des Gebäudes wohnte, ermahnt oder vom Gelände verwiesen. Auch bei Kosankes waren wir ab und an zu Gast oder diese, hauptsächlich die beiden älteren Kinder, bei uns in der Ebertstraße.
Später jobte ich selbst in meinen Ferien als Briefzusteller, hier in Oberursel oder in Weißkirchen aber auch in Oberstedten, wo wir um 1975 hinzogen. Es war, neben dem ersten Geld verdienen, trotz frühem Aufstehen und „bei Wind und Wetter“, eine interessante und spannende Zeit die ich keinesfalls missen möchte
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